Cyberangriffe laufen in den seltensten Fällen nach einem einfachen Schema ab. Sobald es Tätern gelingt, über eine Phishing-E-Mail oder eine Sicherheitslücke eine erste Ausführungsinstanz im System eines Unternehmens zu etablieren, beginnt die eigentliche Gefahr. Unter dem Fachbegriff Lateral Movement versuchen Kriminelle, sich ausgehend von diesem ersten infizierten System schrittweise durch das gesamte digitale Netzwerk zu bewegen. Das Ziel dieser unbefugten Ausbreitung ist es, höher privilegierte Zugriffsrechte zu erlangen, zu zentralen Servern vorzudringen und schließlich hochsensible Unternehmensdaten oder personenbezogene Kundendaten zu entwenden.
Das datenschutzrechtliche und IT-sicherheitstechnische Hauptproblem besteht darin, dass solche internen Bewegungen von traditionellen Schutzsystemen am Netzwerkrand oft nicht erkannt werden. Angreifer nutzen legitime Administrator-Werkzeuge und gestohlene Zugangsdaten, um sich wie normale Nutzer im System zu bewegen. Ohne ein funktionierendes Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) bleiben diese Aktivitäten häufig über Monate hinweg unentdeckt. Dies führt nicht nur zu massiven Betriebsunterbrechungen und Erpressungen durch Ransomware, sondern stellt auch eine schwerwiegende Verletzung der Schutzpflichten nach Artikel 32 DSGVO dar.
Um diesen komplexen Angriffsmustern wirksam zu begegnen, reicht die reine Installation von Virenschutzprogrammen nicht aus. Ein strukturiertes ISMS nach anerkannten Standards wie der ISO 27001 bietet den organisatorischen und technischen Rahmen, um Netzwerke nach dem Prinzip der minimalen Rechtevergabe rigoros zu segmentieren. Durch kontinuierliches Monitoring der Systemprotokolle, den Einsatz von Mehrfaktor-Authentifizierung und die strikte Trennung von Benutzerkonten wird Angreifern die Weiterbewegung im System extrem erschwert.
Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, den Stand der Technik zum Schutz ihrer Datenverarbeitungssysteme einzuhalten. Die Implementierung eines ISMS schützt das Unternehmen vor nachhaltigen Reputationsschäden und verhindert Bußgelder wegen mangelhafter technischer Schutzmaßnahmen.
Näheres können Sie dem verlinkten Bericht entnehmen:
https://www.dr-datenschutz.de/lateral-movement-angriffe-der-isms-ansatz-fuer-mehr-sicherheit/
Unsere Empfehlung
Überprüfen Sie Ihre bestehende Netzwerkarchitektur auf mögliche Pfade für unbefugte Weiterbewegungen. Etablieren Sie ein Informationssicherheits-Managementsystem und setzen Sie auf das Zero-Trust-Prinzip, um Zugriffsrechte strikt zu beschränken und ungewöhnliche Aktivitäten im Netz frühzeitig zu identifizieren.
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