Erst Spam-Flut, dann der hilfsbereite IT-Kollege: Die neue Masche des Social Engineering

Ausgeklügelte Cyberangriffe: Kriminelle erzeugen künstliche Überlastung, um anschließend als vermeintliche IT-Helfer sensible Zugangsdaten abzugreifen.
Quelle: intersoft consulting services AG

Cyberkriminelle entwickeln fortlaufend neue, psychologisch raffinierte Methoden, um die Sicherheitsvorkehrungen in Unternehmensnetzwerken zu umgehen. Eine besonders gefährliche Kombination aus technischer Überlastung und menschlicher Manipulation ist das sogenannte Mail-Bombing in Verbindung mit gefälschtem Support. Bei diesem mehrstufigen Angriffsmuster wird das E-Mail-Postfach eines Mitarbeiters zunächst mit hunderten automatisierten Registrierungs-E-Mails und Spam-Nachrichten überschwemmt. Der Betroffene verliert völlig den Überblick und befindet sich in einer Stresssituation, da der reguläre Arbeitsablauf blockiert ist.

Kurz nach dem Auslösen dieser Nachrichtenflut meldet sich ein vermeintlicher IT-Mitarbeiter beim überforderten Beschuldigten – sei es per E-Mail, Messengerdienst oder direktem Telefonanruf. Unter dem Vorwand, das System bereinigen und das Postfach schnell wieder nutzbar machen zu wollen, bietet der angebliche Support-Mitarbeiter seine Hilfe an. Um das Problem zu beheben, fordert der Angreifer die Übermittlung von Zugangsdaten, das Bestätigen einer Authentifizierungsanfrage oder die Freigabe eines Fernwartungszugriffs. In der akuten Belastungssituation handeln viele Beschäftigte gutgläubig und gewähren den Kriminellen den uneingeschränkten Zugriff auf das Firmennetzwerk.

Aus datenschutzrechtlicher Sicht stellt ein solcher Vorfall einen gravierenden Sicherheitsverstoß dar. Sobald sich Unbefugte Zugriff auf Systemzugänge verschaffen, liegt eine potenzielle Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten nach Artikel 33 DSGVO vor. Solche Vorfälle sind innerhalb von 72 Stunden an die zuständige Datenschutz-Aufsichtsbehörde zu melden, wenn ein Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen besteht.

Unternehmen müssen verstehen, dass reine technische Abwehrmechanismen ohne geschulte Mitarbeiter unvollständig bleiben. Regelmäßige Sensibilisierungsmaßnahmen und klare Prozessvorgaben für die Kontaktaufnahme durch die IT-Abteilung sind essenziell, um solcheAngriffe wirksam zu blockieren.

Näheres können Sie dem verlinkten Bericht entnehmen:
https://www.dr-datenschutz.de/erst-spam-flut-dann-der-hilfsbereite-it-kollege/

Unsere Empfehlung

Etablieren Sie verbindliche Verifizierungsprozesse für Ihren internen IT-Support. Mitarbeiter sollten Passwörter oder Freigabecodes niemals per Telefon oder Chat weitergeben. Schulung Sie Ihre Belegschaft gezielt im Erkennen von zweistufigen Social-Engineering-Angriffen und schaffen Sie einfache Meldewege für ungewöhnliche Postfachaktivitäten.

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